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Leben auf den Shetland Inseln

Garths Croft Bressay

Photo @garthscroftbressay

Während Shetland Wool Week 2019 hatten wir die Gelegenheit, eine traditionelle Croft zu besuchen. Die Croft war Garths Croft auf der Insel Bressay und unser Gastgeber war Chris Dyer. Dieser Besuch hat mich sehr beeindruckt und Chris hat sich bereit erklärt einige Fragen zu beantworten.

Photo @garthscroftbressay

Chris ist in Hitchin, ca. 25 Meilen nördlich von London geboren und aufgewachsen. Jedes Jahr verbrachte die Familie die Sommerferien auf Arran, eine Insel im Südwesten von Schottland. Chris ist sich sicher, dass die Liebe zu den schottischen Inseln dort ihren Ursprung hat. Nach seinem Studium in Geschichte und Archäologie arbeitet Chris schon seit über 20 Jahren als Archäologe, zuerst in Nordengland und seit 2006 in Shetland als Mitarbeiter für den Shetland Amenity Trust. Während seiner Zeit in Nordengland hatte er begonnen, auf einem Bauernhof auszuhelfen und auch in Shetland konnte er weitere Erfahrungen zur Aufzucht und Haltung von Schafen sammeln.

In 2014 kauften Chris und seine Frau Garths Croft am Südende der Insel Bressay. Sie züchten einheimische und „alte“ Rassen von Schafen und Schweinen, sind Selbstversorger und betreiben eine nachhaltige Landwirtschaft. Sie begrüssen Besucher aus der ganzen Welt, Chris erklärt das Leben auf der Croft, erzählt vom Torf stechen, Schafe scheren und traditionellen Werkzeugen. Er arbeitet aber auch weiterhin als Archäologe und ist Mitglied bei der Feuerwehr und der Küstenwache auf der Insel Bressay. Traditionellerweise konnte ein Crofter, wie man die Bewohner einer Croft nennt, nicht ausschliesslich von der Landwirtschaft leben. Man war Pächter, das Grundstück war klein.

Photo @garthscroftbressay

Chris züchtet einheimische Shetland Schafe, die für die vielfältigen Farben ihres Vlies begehrt sind. Man darf als Besucher auch gerne einen dieser wunderschönen Vlies kaufen und selbst zu Wolle verarbeiten.

Photo @garthscroftbressay

Was mich bei unserem Besuch am meisten fasziniert hat, war die integrierte Landwirtschaft. Chris hat Iron Age, Tamworth und Saddleback Schweine, die das Feld nach der Ernte abfressen, den Boden umgraben und düngern. Danach werden Gras, Ackerkulturen oder Wildblumen angesät.

Photo @garthscroftbressay

Auf der Croft gibt es ein Polycrub, ein Shetland taugliches Gewächshaus für die Selbstversorgung von Gemüsen und Früchten. Chris kann auch Trockenmauern bauen, ein sehr traditionelles Handwerk in Shetland.

Photo @garthscroftbressay
Photo @garthscroftbressay

Wer mehr Photos von Garths Croft sehen möchte, kann Chris auf Instagram folgen:

https://www.instagram.com/garthscroftbressay/?hl=en

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im Auto unterwegs

Es gibt nur drei Hauptstrassen auf Shetland mit einer A Klassifizierung. Die Buchstaben im britischen Strassensystem sind M für Autobahn, A für Schnellstrassen und Hauptstrassen, B und C für Nebenstrassen. Diese drei Hauptstrassen sind mehrheitlich normal breit mit einer Spur für Verkehr und einer Spur für Gegenverkehr.

Die A970 ist die Achse auf der Hauptinsel von Sumburgh im Süden nach North Roe und Hillswick im Norden, die A971 führt in den Westen nach Walls und Sandness und die A968 über zwei Fähren nach Yell und Unst.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung für diese Strassen liegt bei 60 Meilen pro Stunde (95 kmh). Der Verkehr ist ausser in und um Lerwick eher spärlich.

Es gibt viele spektakuläre Aussichten, wenn man in Shetland unterwegs ist, einer meiner Lieblingsorte ist auf dem Heimweg von Lerwick.

Die Hauptstrasse nach Walls wird einspurig und man muss bei Gegenverkehr die Passierstellen benutzen. Die Bevölkerung ist generell sehr höflich, man wartet in den Passierstellen, sobald man ein Auto erblickt und bedankt sich gegenseitig, tagsüber mit Handzeichen, nachts mit der Hupe.

Auf der Nebenstrasse von Walls zu unserem Zuhause wird es dann nochmals interessant, die Strasse ist vorallem Nachts und im Winter nicht ohne Tücken. Strassenreflektoren gibt es nur auf den Hauptstrassen.

Dann kommen noch die freilaufenden Schafe dazu….

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Frühling

Photo Katie Smith

Der erste Vorbote des Frühling war für uns die Rückkehr der Austernfischer am 1.März. Obwohl das Wetter noch keine milderen Temperaturen oder etwas weniger Wind brachte, konnte man die Austernfischer auf den Weiden bei der Futtersuche beobachten. Die meisten Austernfischer paaren auf Lebenszeit und man sieht selten nur einen einzelnen Vogel, der zweite ist häufig nur ein paar Meter entfernt. Mit ihren langen roten Schnäbel suchen sie Würmer und Insekten.

Photo Katie Smith

Die Bachufer sind ein idealer Wachstumsboden für Feucht- und Sumpfplanzen und die Natur scheint fast über Nacht vom Winterschlaf erwacht zu sein.

Photo Katie Smith

Die wilden Primeln wachsen an fast unmöglichen Orten und haben durchwegs gelbe Blüten.

Photo Katie Smith
Photo Katie Smith

Einer meiner Lieblinge ist die Sumpfdotterblume, marsh marigold auf Englisch. Diese Planzen mit den kräftig gelben Blüten wachsen am Bachufer und überall wo der Boden feucht ist. So kann man schon von weitem erkennen, welche Stellen zu vermeiden sind, wenn man nicht mit Gummistiefeln unterwegs ist.

Photo Katie Smith
Photo Katie Smith

Eine weitere Pflanze am Bachufer ist das kleine Schöllkraut.

Photo Katie Smith

An einer steilen, sonnigen Stelle am Bachufer haben wir sogar wilde Veilchen entdeckt.

Ich bin sehr gespannt, was in den nächsten Wochen noch zum Vorschein kommt. Das Grünzeug der Iris ist kräftig am Wachsen, ich hoffe es gibt auch eine schöne Blütenpracht.

Photo Katie Smith

In der Zwischenzeit halten wir Ausschau nach der Küstenseeschwalbe, sie bringt den Sommer nach Shetland. Die Küstenseeschwalbe ist der Zugvogel mit der längsten Reisestrecke, sie überwintert in der Südpolar-Region.

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eine zweite Chance

Photo Frances Taylor

Meine Freundin und Nachbarin Frances hat jeden Tag ein gefülltes Programm. So viele Tiere sind zu füttern und pflegen. Sie hat eine Herde von Island Pferden, Hengst, Stuten, einige Jungpferde, Reitpferde und zwei ältere Herren, die ihre gerittenen Tage hinter sich haben. Dann sind da noch die Tiere, die bei Frances eine zweite Chance bekommen haben, Schafe, Mini Shetland Ponys, Enten und eine Katze.

Auf die Frage, wann Frances ihre Rettungsaktionen gestartet hat, sagt sie, dass sie schon als Kind nicht einfach vorbei gehen konnte, ohne zu helfen. Aber das erste Tier war eine Katze, die nach der Rettung ein Zuhause in Frances erster Wohnung bekam, damals noch London. Über die Jahre wurden unzählige Tiere, wie Krähen, Stare, Austernfischer, Igel etc wieder gesund gepflegt. Dazu kamen die Hunde, Katzen, Schafe und die Mini Shetland Ponys, die nach Genesung bei Frances bleiben durften. Es gibt genügend Platz für die Tiere und alle wissen, wie man bei Frances ein Leckerli ergattern kann. Die Schafe lieben ihren täglichen Ingwer Keks und die Ponys haben ihre Karotten Ration gerecht und genau verteilt.

Storm, Photo Frances Taylor
Silver, Photo Frances Taylor
Waffle, Photo Frances Taylor

Storm, Silver und Waffle waren die ersten Mini Shetland Ponys, die zu Frances kamen. Sie waren ein Jahr alt und nach einem harschen Winter auf einer kargen Wiese nahe zu am Verhungern. Die Behörden beschlagnahmten alle Ponys und fanden ein neues Zuhause für die meisten. Niemand wollte die pflegebedürftigen drei Jungtiere haben, Frances nahm sie zu sich und das war der Beginn ihrer kleinen Herde. Heute sind die drei gesund, rund und lieben ihr neues Zuhause.

Tiddles, Photo Frances Taylor

Tiddles war der nächste Familienzuwachs. Das Fohlen sollte erschossen werden, da er ein blaues Auge hat. Ein Aberglaube in Shetland sagt, dass Pferde mit blauen Augen blind und/oder taub sind. Tiddles ist kerngesund.

Albie, Photo Frances Taylor

Ein Jahr darauf wurde Albie aufgenommen, er hatte seine Mutter durch eine Verletzung verloren.

Newt, Photo Frances Taylor

Newt ist der kleinste und bis jetzt letzte Zugang zur Herde. Er wurde gratis auf Facebook angeboten, sonst sollte er erschossen werden. Er ist mit Abstand der süsseste, kleinste Zwerg mit einem frechen Zwinkern in den Augen.

Wenn die kleine Pony Herde auf der Sommerweide ist, empfängt Francis gerne Besucher, erzählt die Geschichten der Ponys und die Kleinen freuen sich über Streicheleinheiten. Die Ponys stehen unter keinem Zwang, sich von Besuchern anfassen zu lassen, wenn sie interessiert sind, kommen sie zu den Menschen. Vor allem Newt scheint zu spüren, wenn jemand die Nähe von einem kleinen Pony braucht.

Frances schreibt einen täglichen Blog auf englisch über ihre Tiere auf www.myshetland.co.uk. Es gibt einige süsse Bilder von dem neuen Lämmchen, dass am 29.April auf die Welt kam.

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Ein Garten in Shetland?

Vor ein paar Jahren in Cornwall hatte ich schon einmal versucht, einen Gemüsegarten anzulegen, leider ohne viel Erfolg. Es gab zu viele Schnecken und der Sommer war so nass, dass sogar die Himbeeren am Strauch verschimmelten. So pflanzte ich stattdessen Rosen und freute mich an den wunderschönen Blumen, die dank dem milden Klima fast 9 Monate im Jahr blühen.

In Shetland hat mich nun das Gemüse-Garten Fieber gepackt. Ich fand bald den idealen Platz für meinen neuen Garten und begann schon im Januar voller Enthusiasmus alte Zäune und Jahre alten Abfall zu entfernen. Februar und März waren sehr nass und kalt, kein Gartenwetter.

Ich wollte ein Hochbeet bauen, um meine Pflanzen gegen Kaninchen und Vögel zu verteidigen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat aus Palleten und alten Brettern. Mein Gartenbau hat mich ausser Nägeln und Kompost kein Geld gekostet und ist ganz im Sinne von Shetland, aus Altem wird Neues.

Der Wintergarten am Haus dient mir zur Zeit als Gewächshaus für die Setzlinge. Es wird alles ein Experiment werden, da ich nicht wirklich weiss, was das rauhe Shetland Klima überstehen wird.

Traditionell wurde auf einer Croft vor allem Kohl angebaut. Die runden und quadratischen Stein Strukturen, die man heute noch überall in ganz Shetland sehen kann, schützten das Gemüse vor dem Wind und den Schafen. Diese Strukturen heissen Plantiecrub.

Dieses Plantiecrub ist noch intakt und schützt diesen Affenschwanzbaum vor dem Wind. Der Baum hat den Plantiecrub ganz ausgefüllt, aber wächst kaum über die Höhe der Steinmauer hinaus.

Die quadratischen Plantiecrubs dienen heute als Windschutz für unsere Pferde. Aber in einem für Tiere unzugänglichen Plantiecrub habe ich rote und schwarze Johannisbeeren, Stachelbeeren und eine Rhabarber-Pflanze entdeckt, ich hoffe auf eine gute Ernte.

Der Boden in diesem Plantiecrub ist zu überwachsen, um kurzfristig ein Kartoffelbeet anzulegen. Das wird einmal ein Projekt für die Zukunft. Auf der Suche nach geeignetem Boden bin ich dann doch fündig geworden. Es war releativ einfach die Erde umzugraben und die Steine hielten sich in Grenzen.

Hier pflanze ich nun meine Kartoffeln. Es ist sehr windgeschützt und in guter Lage, ich werde ein weiteres Beet anlegen und sehen, was wächst. Alles muss jedoch gegen die Kaninchen geschützt werden, die in Shetland praktisch keine natürlichen Feinde haben.

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60° North

Jetzt möchte ich einmal etwas über Shetland informieren. Dies ist die Flagge von den Shetland Inseln. Es sind dieselben Farben wie die schottische Flagge aber in skandinavischem Stil. Die schottische Flagge hat ein weisses Andreaskreuz, die weissen Balken überkreuzen in die gegenüberliegenden Ecken. Die Flagge von Shetland wurde 1969 zum 500 jährigen Jubiläum der Zugehörigkeit der Inseln zu Schottland kreiert. Zuvor waren die Inseln im Besitz von Norwegen. Erst in 2005 wurde die Flagge jedoch offiziell anerkannt.

Shetland liegt auf 60° nördlicher Breite und umfasst mehr als 100 Inseln. Die grösste Insel wird einfach Mainland (Hauptinsel) genannt, wo auch die Hauptstadt Lerwick liegt. Fair Isle liegt 39km südwestlich von Sumburgh Head, dem südlichen Zipfel von Mainland. Foula ist die entlegendste bewohnte Insel im Vereinigten Königreich und liegt im Westen zu Mainland. Im Norden gibt es Yell, Unst und Fetlar, die man alle mit einer regelmässigen Autofähre erreichen kann. Im Osten liegen Bressay und Whalsey. Auch Papa Stour im Westen und Out Skerries im Osten haben noch ein paar wenige Bewohner.

https://goo.gl/maps/uKtUmHb2t193K9rT8

Shetland hat ca 22000 Einwohner, etwa 7500 wohnen in der Hauptstadt Lerwick. Man fühlt sich hier näher zu Norwegen als zu dem schottischen Festland, die geographische Distanz zu Aberdeen in Schottland ist 340km und zu Bergen in Norwegen 368km. Das hat natürlich auch viel mit der historischen Zugehörigkeit zu Norwegen zu tun. Die Shetland Inseln bilden eine natürliche Barriere zwischen dem Atlantik im Westen und der Nordsee im Osten. Man sagt hier, dass kein Punkt in Shetland mehr als drei Meilen vom Meer entfernt ist. Der höchste „Berg“ oder vielleicht doch nur Hügel, ist 450m hoch und heisst Ronas Hill.

Ich würde gerne eines Tages Ronas Hill besteigen, hoffentlich findet sich jemand, der sich dort auskennt, es gibt keine Wanderwege oder Wegweiser. Trotz der geringen Höhe ist der „Gipfel“ häufig mit Nebel umhangen, was eine Wanderung ohne Gelände-Erfahrung gefährlich machen kann.

Das Wetter ist natürlich ein Thema auf Shetland. Die Inseln haben ein ozeanisches Klima mit minimalen jährlichen Temperaturschwankungen. Das Klima ist feucht, windig und relativ mild verglichen mit anderen Orten auf 60° nördlicher Breite.

Die sonnigsten Monate sind Mai und Juni mit bis zu 19 Stunden zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang am 21.Juni. Obwohl es offiziell nicht Mitternachtssonne ist, wird es nicht wirklich dunkel und man muss sich richtig zwingen ins Bett zu gehen.

23 Uhr im Juni

Das Gegenteil ist natürlich der Fall im Winter, Sonnenaufgang kurz nach 9 Uhr und Sonnenuntergang um 15 Uhr am 21.Dezember. Dies war nun unser erster Winter mit langen dunklen Stunden und es war nicht schlimm. Man muss sich gut organisieren und alle Arbeiten, die draussen notwendig sind, bei Tageslicht erledigen. Was mich am meisten erstaunt hat, ist die Intensität der Dunkelheit. Ausserhalb der Orte gibt es keine Strassenbeleuchtung und es ist wirklich stockfinster. Eine Taschenlampe oder Stirnlampe ist Pflicht, wenn man am Nachmittag das Haus verlässt, um nicht von der Dunkelheit überrascht zu werden.

14.30 Uhr im Dezember
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Unsere Tierfamilie

Foto Katie Smith

Vor 10 Jahren kam unser erster Hund in unsere Familie, es war ein Shetland Sheepdog. Damals wussten wir nichts über Shetland, aber die Hunderasse ist ideal für neue Hundebesitzer und ein richtiger Familienhund. Man nennt diese Rasse abgekürzt auch Sheltie. Der Sheltie wurde auf Shetland als Wachhund genutzt, um Vögel und Schafe von den Gärten fern zu halten. Natürlich sind sie auch exzellente Herdenhunde, ein Instinkt der auch in den meisten untrainierten Shelties vorhanden ist. Es ist für sie sehr schwierig, wenn ein Familienmitglied auf einem Spaziergang eine andere Richtung einschlägt und sie die „Herde“ nicht zusammenhalten können.

Shelties haben ein sehr dichtes Fell, eine Unterwolle, die sie warm und trocken hält und längere Aussenhaare, die man häufig kämmen sollte. Das Sheltie Fell kommt in drei typischen Farben vor, sable (sandfarben), merle (grau melliert) und tricolour ( schwarz, braun, weiss).

Heute haben wir drei Shetland Sheepdogs, zufällig einer pro Farbe, sie sind alle durch den Cinnamon Trust in unsere Pflege gekommen. Der Cinnamon Trust hilft in Grossbritannien den älteren Hunde- und Tierbesitzern bei der Tierpflege und sucht den Tieren ein neues Zuhause, wenn die Besitzer verstorben sind.

Skye, Foto Katie Smith

Skye ist fast 16 Jahre alt und seit bald sechs Jahren bei uns. Er kann nicht mehr weit spazieren, aber dank unserem grossen Garten geniesst er weiterhin ein interessantes Hundeleben. Er kommt gerne mit in den Stall zum Ausmisten, Pferdeäpfel riechen so gut…

Drummer, Foto Katie Smith

Drummer ist zehn Jahre alt und kam eine Woche bevor wir nach Shetland reisten zu uns. Er ist ein sehr nervöser Hund und bellt ziemlich viel. Das Leben in Shetland ist ideal für ihn, er stört keine Nachbarn.

Copper, Foto Katie Smith

Copper ist vier Jahre alt und kam gemeinsam mit Drummer letztes Jahr zu uns. Copper ist sehr anhänglich und loyal, aber er drängt sich sehr gerne vor und spielt den Boss.

Nun zu unseren Isländerpferden, Fönix und Hekla. Vor drei Jahren haben wir sie in Island zum ersten Mal geritten und wenige Wochen später kamen sie nach einer langen Reise in Cornwall an. Hier in Shetland fühlen sie sich sehr zuhause, die Temperaturen sind ein bisschen isländisch. Ihr dickes Fell schützt sie im Winter perfekt und der Sommer ist hier nicht wirklich heiss.

mein Fönix, Foto Katie Smith
Hekla gehört meinem Mann, Foto Katie Smith

Festus und Ulysses sind die neuesten Familienmitglieder.

Ulysses gehört meiner Mama, Foto Katie Smith
Festus, Foto Katie Smith

Festus und Ulysses sind Mini Shetland Ponies und gerade mal ein Jahr alt. Sie gehören seit Oktober zu unserer Familie und bringen mich täglich zum Lachen. Sie zoomen unermüdlich über die Weide, jagen sich auf und ab, mit ein bisschen grasen dazwischen. Es ist spannend, ihnen Mannieren beizubringen und zu beobachten wie sich ihr Charakter entwickelt. Ulysses ist sehr selbstbewusst und lernt schnell, Festus ist etwas zurückhaltend, aber er liebt es, wenn man seinen Rücken kratzt.

Unsere kleine Herde kommt gut miteinander aus, Fönix spielt den Onkel für die Minis, spielt mit ihnen, aber er zeigt es auch, wenn es ihm zu viel wird. Hekla ist eine Stute und hält die Kleinen ein bisschen auf Abstand.

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Ein neues Leben

Im Juni um 23 Uhr, keine Mitternachtssonne, aber es wird nicht richtig dunkel.

Wie schon im letzten Blog angedeutet, sind wir ein Jahr später immer noch auf Shetland. Während den Sommer Monaten wurde mir immer klarer, dass ich Shetland nicht verlassen wollte. Durch die Islandpferde Besitzerinnen hatten wir einen sofortigen Freundeskreis gefunden, der am höchsten qualifizierte Isländer Reitlehrer in Grossbritannien lebte hier, kein Sommerekzem für die Pferde, eine wunderschöne Landschaft mit vielen Vögeln, Seehunden, Otter, Delphine und Orkas, alles Gründe für mich, um hier zu leben. Natürlich gibt es auch Negatives, das Wetter ist rauh, fast immer windig, häufig bis zu Orkan Stärke, auch im Sommer niederige Temperaturen, die Fähre und der Flug zum Festland sind teuer. Aber ich hatte eine Gemeinschaft und ein Leben gefunden, dass ich nicht wieder aufgeben wollte und obwohl mein Mann und meine Tochter nicht dasselbe empfanden, haben sie trotzdem zu einem Leben auf Shetland bis auf weiteres eingewilligt.

Dank Freunden haben wir ein neues Haus auf der Westseite der Hauptinsel gefunden. Es ist eine sogenannte Croft, ein kleiner Bauernhof mit 20 acres Land (ca. 8 Hektaren), einer Scheune und vielen verfallenen Strukturen, die so typisch sind für die Landschaft in Shetland. Die Croft heisst Finnigarth und liegt ausserhalb der Ortschaft Walls.

die Croft Finnigarth, unser neues Zuhause
Steine gibt es auf Shetland genug, nur die Holz-Strukturen wurden wiederverwertet.
Wohnhaus, Scheune und das blaue Büro

Das Haus ist viel kleiner als Northouse in Gletness oder sogar unser Haus in Cornwall, aber irgendwie haben wir es geschafft alles nötige unter zu bringen. Wir haben ein ehemaliges Baustellen Büro gekauft, dass nun als Stauraum und Homeoffice dient. Wir waren in der Lage unser Haus in Cornwall bis auf weiteres zu vermieten und haben unsere Möbel und Besitztümer nach Shetland bringen lassen.

Das Homeoffice wird geliefert.
von Cornwall nach Shetland
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Wie alles begann

die Insel Foula

Vor ziemlich genau einem Jahr kamen wir auf die Shetland Inseln, die nördlichste Inselgruppe in Grossbritannien, die näher bei Norwegen liegt als beim britische Festland. Es sollte ein sieben monatiges Abenteuer sein, wir wollten einfach mal etwas anderes sehen, mutig sein, vom Alltag in Cornwall ausbrechen. Unser grosser Traum war eigentlich ein Jahr in Island zu leben, aber der Schatten von Brexit hatte dies zunichte gemacht. Wir importierten unsere beiden Isländerpferde von Island nach Cornwall, wo wir, ausser einer anderen Besitzerin, die einzigen in der Grafschaft waren mit diesen besonderen Pferden. Durch die Icelandic horse society Great Britain wusste ich von mehreren Besitzern in Shetland und so kam irgenwie alles zusammen. Wir fanden ein grosses Haus mit Pferdewiesen in wunderschöner Lage, dass wir für sieben Monate mieten konnten und so reisten wir Ende März 2019 mit drei Hunden und zwei Pferden über 900 Meilen von Cornwall nach Aberdeen in Schottland. Die Überfahrt mit der Fähre vom schottischen Festland nach Lerwick auf Shetland dauerte dann noch zusätzlich 12-14 Stunden.

Roll-on Roll-off Fähre in Lerwick, Shetland

Auf der Fahrt von Lerwick Hafen zu unserem neuen Zuhause für die nächsten Monate habe ich mich sofort in Shetland verliebt. Die karge baumlose Landschaft war das Ebenbild von Island, ohne Vulkane und Lava Landschaften. Auf einem späteren Ausflug haben wir dann aber tatsächlich Überreste einer Lava Landschaft entdeckt, darüber in einem späteren Blog. Eine gut ausgebaute Landstrasse führt von der Hauptstadt Lerwick nach Norden, sobald man diese verlässt, sind die Seitenstrassen, die zu den Dörfern und Siedlungen führen, nur noch einspurig mit häufigen Passierstellen ausgebaut. Unser Haus war in Gletness an der Ostküste der Hauptinsel und ziemlich fernab der Zivilisation.

Northouse, Gletness

The Northouse war früher ein Gestüt für Shetland Ponies.

Das Haus war riesig für meinen Mann und mich, aber so bot sich viel Platz an für Hausgäste, die sich schon alle auf einen Besuch angemeldet hatten. Es gab Garagen, Stallungen, Schuppen, zwei Pferde Koppeln und unser eigener Fjord. Ein Fjord in Shetland ist ein Voe.

seltene Tage ohne Wind
Die Aussicht vom Haus an stürmischen Tagen.

Was als sieben Monate begann, hat sich möglicherweise zu für immer entwickelt. Es ist März 2020 und wir sind immer noch auf Shetland….